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Internationale Vereinigung für
Germanistik Association Internationale des Germanistes
International Association for Germanic
Studies
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Zur Geschichte der IVG
Die IVG wurde 1951 auf dem Kongreß der
Féderation Internationale des Langues et Littératures Modernes in Florenz
(Italien) gegründet und blickt auf eine nunmehr 55 jährige Geschichte zurück.
Ihre Mitgliederzahl stieg von anfänglich (1956) 192 aus 23 Staaten auf
1700 (Stand im Jahr 2000) Mitglieder aus 61 Staaten der Welt.
Die
bisherigen Internationalen Germanistenkongresse standen größtenteils unter
einem Generalthema und fanden unter den im folgenden genannten Präsidenten
an deren Wirkungsorten statt.
1. 1955 Rom (Italien),
Hans Heinrich Borcherdt: Kein Generalthema, doch 2 Sektionen:
"Hochsprache und Mundarten" und. "Die Literatur im 19.
Jahrhundert"
2. 1960 Kopenhagen (Dänemark), Louis L.
Hammerich: "Spätzeiten und Spätzeitlichkeit"
3. 1965
Amsterdam (Niederlande), Herman Meyer: "Tradition und
Ursprünglichkeit"
4. 1970 Princeton (USA), Victor
Lange: "Dichtung, Sprache und Gesellschaft"
5. 1975
Cambridge (England), Leonard Forster: Kein
Generalthema
6. 1980 Basel (Schweiz), Heinz Rupp:
Kein Generalthema
7. 1985 Göttingen (Deutschland),
Albrecht Schöne: "Kontroversen, alte und neue"
8.
1990 Tokio (Japan), Eijiro Iwasaki: "Begegnung mit dem Fremden:
Grenzen Traditionen Vergleiche"
9. 1995
Vancouver (Kanada), Michael S. Batts: "Alte Welten neue
Welten"
10. 2000 Wien (Österreich), Peter Wiesinger:
"Zeitwende - Die Germanistik auf dem Weg vom 20. ins 21.
Jahrhundert"
11. 2005
Paris (Frankreich), Jean-Marie Valentin: "Germanistik im Konflikt der Kulturen"
Wie die Zahl der Mitglieder, so stiegen von Kongreß zu
Kongreß auch die Zahlen der Teilnehmer, der Sektionen und der dort
gehaltenen Referate. Nahmen am 1. Internationalen Germanistenkongreß 1955
in Rom 192 Germanisten aus 24 Staaten teil und hielten in 2 Sektionen 35
Referate, so beteiligten sich 40 Jahre später am 9. Internationalen
Germanistenkongreß in Vancouver 630 Germanisten und hielten 610 Referate
in 38 Sektionen, doch war die Zahl der Kongreßteilnehmer durch
Begleitpersonen mit 260 bzw. ca 1000 wesentlich höher.
Über die
einzelnen Kongresse wurden zwar von den jeweiligen Präsidenten Berichte
über deren wissenschaftliche Ergebnisse veröffentlicht, aber es war auf
Grund unterschiedlicher Schwierigkeiten nicht immer möglich, die einzelnen
Plenarvorträge und Sektionsreferate zu publizieren und damit allgemein
zugänglich zu machen. So wurden vom 1. Germanistenkongreß Vorträge und
Referate nicht durch die Leitung, sondern bloß zum Teil durch die Autoren
selbst in Fachzeitschriften vorgelegt. Vom 2. Germanistenkongreß
erschienen nur die 11 Plenarvorträge und vom 3. Germanistenkongreß neben
den 8 Plenarvorträgen eine Auswahl von 64 Sektionsreferaten. Erst ab dem
4. Germanistenkongreß konnten in den Akten sämtliche Plenar- und
Sektionsvorträge gedruckt werden. Beim 9. Germanistenkongreß war es zwar
möglich, die 6 Plenarvorträge im vollen Wortlaut zu publizieren, doch
mußte man sich hinsichtlich der Sektionsreferate auf 486 Inhaltsangaben im
Umfang von jeweils einer Seite beschränken. Für den 10. Internationalen
Germanistenkongreß in Wien ist wieder die vollständige Veröffentlichung
der Sektionsreferate geplant.
Anläßlich des Wiener Jubiläumskongresses
legte zum 50jährigen Bestehen der IVG Michael S. Batts deren Geschichte
vor.
Organe der IVG
Die Organe der IVG sind die
Vollversammlung der Mitglieder, das Präsidium und der Internationale
Ausschuß.
Die Vollversammlung tritt alle fünf Jahre anläßlich des
Internationalen Germanistenkongresses zusammen, verhandelt die Satzung,
genehmigt die Finanzen und wählt das Präsidium und den Internationalen
Ausschuß.
Das Präsidium besteht aus dem Präsidenten und zwei
Vizepräsidenten aus jeweils verschiedenen Ländern.
Der Internationale
Ausschuß, der das Präsidium bei seiner Arbeit berät und unterstützt,
umfaßt 20 Mitglieder. Sie werden so gewählt, daß die Fachgebiete der
Jiddistik, Niederlandistik und Skandinavistik durch jeweils ein Mitglied
vertreten sind. Die weiteren Mitglieder aus anderen Fachgebieten werden so
bestellt, daß aus jedem Land höchstens zwei Mitglieder kommen. Aus dem
Internationalen Ausschuß werden zur Durchführung von einzelnen Aufgagen in
Zusammenarbeit mit dem Präsidium die Finanzkommission mit dem
Schatzmeister, die Arbeitskommission zur Behandlung laufender und
künftiger Aufgaben und die Kongreßkommission zur Vorbereitung der Wahlen
und des nächsten Kongresses gebildet.
Ziele und Aufgaben der IVG
Die IVG hat den Zweck, die
internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Germanistik zu fördern.
Unter Germanistik werden die Sprach- und Literaturwissenschaft des
Deutschen, Niederländischen, Friesischen, Afrikaans, des Skandinavischen
mit Dänisch, Isländisch, Norwegisch und Schwedisch und des Jiddischen in
ihren gegenwärtigen und geschichtlichen Ausprägungen sowie in ihrer
praktischen und didaktischen Anwendung verstanden. Hauptaufgaben der IVG
sind die Unterstützung wissenschaftlicher Unternehmungen, die Förderung
der persönlichen Beziehungen im Rahmen der vertretenen Fachgebiete, die
Herstellung und Unterhaltung von Kontakten mit den einzelnen
germanistischen Landesverbänden, die Förderung der germanistischen Lehre
an den Universitäten sowie die Veranstaltung von internationalen
Kongressen zur Behandlung aktueller wissenschaftlicher Probleme und
organisatorischer Fragen der Germanistik im internationalen Rahmen. Die
Verhandlungssprache der IVG ist das Deutsche. Die Internationalen
Germanistenkongresse finden alle fünf Jahre in jeweils einem anderen Staat
der Welt statt. Der 12. Internationale Germanistenkongress wird 2010 in Warschau, Polen, abgehalten.
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